Mitte Juli bis Ende August erleben wir wieder den jährlichen Sternschnuppenfall der Perseiden mit einem Maximum Mitte August. Wir als Funkamateure haben nicht nur Gelegenheit diese Meteoriten am nächtlichen Himmel mit bloßem Auge zu beobachten. Wir können sie auch hören.
Dazu stellen wir unseren Empfänger in SSB auf 143,050 MHz ein. Dort sendet das französische Satellitenüberwachungssystem GRAVES von Lyon aus mit mehreren Kilowatt in den Himmel. Den Überlagerungston des GRAVES-Trägers können wir zuweilen als leises Wimmern schon in einer Rundstrahlantenne empfangen. Dies ist eine Überhorizontreflexion an zuträglichen Troposchichten.
Wenn wir die oben genannte Frequenz einige Zeit beobachten, werden wir hin und wieder ein mehr oder weniger lautes Pingen hören. Dies sind dann die erwarteten Reflexionen des Überwachungssignals an niedergehenden Meteoriten. Wer die Möglichkeit hat, diese Frequenz auf einem Wasserfalldiagramm zu sehen, kann sehr schöne Dopplerdarstellungen der Reflexionen beobachten.
Mit den geschilderten Mitteln ist, es möglich ganzjährig nicht nur niederfallende Materie zu detektieren, sondern auch Flugzeuge. Selbst Mondreflexionen sind im Bereich des Möglichen. Weitere Experimente ergeben sich, wenn man versucht andere Frequenzen dazu zu nutzen. So bieten sich hinter dem Horizont sendende VOLMET-Stationen im Flugfunkbereich für diese Beobachtungen an. Weitere Informationen gerne bei Wilhelm, dl4kal@t-online.de .
Links zum Thema:
http://www.satellitenwelt.de/spaceradar.htm#GRAVES
http://www.itr-datanet.com/~pe1itr/graves/
Sternschnuppen bieten Himmelsspektakel
Berlin (dpa) – Tausende Sternschnuppen werden von Dienstag an ein Feuerwerk am Nachthimmel entfachen. Dann beginnt der Perseidenstrom, der am Donnerstagabend sein Maximum erreichen wird. Mit rund 100 Meteoren rechnen die Astronomen an dem Tag pro Stunde.
Foto: DPA
Darunter werden auch etliche helle Objekte sein, die man Boliden oder Feuerkugeln nennt. Am Samstag endet das Himmelsspektakel. Ob das Wetter beim Beobachten der Sternschnuppen mitspielt, ist fraglich. "In der Nacht zum Mittwoch sieht es in der Osthälfte gut aus", sagte am Montag Meteorologe Robert Scholz vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. In der Nacht zum Donnerstag könnten die Menschen im äußersten Nordwesten möglicherweise die Sternschnuppen beobachten. Wenig Hoffnung macht Scholz wegen dicker Wolken und Regen für die Nacht zum Freitag: "Da braucht man überall viel Glück." Aber bis dahin könne sich auch noch etwas ändern.
Die Sternschnuppen scheinen aus dem Sternbild Perseus zu strömen und kamen so zu ihrem Namen. In Wirklichkeit kollidiert die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne alljährlich mit abgesprengten Bruchstücken des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Diese verglühen in der Lufthülle unseres Planeten.
Die erste nachgewiesene Beobachtung der Perseiden gelang in China vor rund 2000 Jahren. Später gab es Aufzeichnungen aus Japan und Korea. Die erste bekannte Beobachtung aus Europa geschah im Jahr 811.
Im Volksmund werden die Perseiden auch Laurentius-Tränen genannt, nach dem Märtyrer, der der Legende zufolge am 10. August 258 nach Christus in Rom auf einem glühenden Rost zu Tode gefoltert wurde.
Artikel vom 09.08.2010
DIE GEMINIDEN 2010
Auch die Geminiden lassen sich mit der oben geschilderten Technik beobachten. Das Maximum der Geminiden wird 2010 am Mittag des 14. Dezember gegen 12 Uhr MEZ erwartet. Bereits in den Stunden vor dem ohnehin recht breiten Maximum werden zahlreiche Sternschnuppen auftreten. Auch des Abend des 14.12.10 ist noch lohnend, denn die hellsten Sternschnuppen treten bei den Geminiden nach dem Maximum auf.

